03. Juli 2009

Der Weltraum, unendliche Interessantheiten / Marillion

Wenn man ein Objekt im Orbit verlangsamt, schwenkt es auf eine niedrigere Umlaufbahn ein und fliegt in der neuen Höhe schneller. Navigation gelingt auch völlig ohne Infos von außen (selbst ohne Magnetismus), wenn man die Bewegungsreaktionen eines Kreisels im Flugkörper mißt. Und im Weltraum gibt es Punkte, an denen sich die Gravitationskräfte ausgleichen, und Satelitensteurer sind in der Lage das auszunutzen um dort Sateliten zu positionieren.

Viel mehr von dem Kram gibts im CRE Raumfahrt. Dieser Podcast und diese Ausgabe muss unbedingt weiterempfohlen werden.

Ansonsten, wers lieber musisch mag. Marillion verschenken schon seit langem einen musikalischen “Crash Course”. So gibt es nur einen Klick von hier “Fantastic Place” zu hören.

03. Juli 2009

Sonntagsfrage Ost

linke

Im Zeichen solcher Umfrageergebnisse wird den Ostdeutschen ja gerne vorgeworfen, sie wählten blindlinks die SED-Nachfolgepartei. Dabei wirkt der “Gewohnheitsfakter” genau umgekehrt. In Westdeutschland ist es nicht mehrheitlich aber in weiten Feldern so, dass CDU und SPD allein aus traditionalen Gründen gewählt wird. Eine inhaltliche Auseinandersetzung findet nicht statt. Das einzige Engagement, besonders bei älteren Wählern, besteht nur noch darin, sich am Wahlsonntag schick zu machen. Im Osten ist man schon deshalb immer noch politisierter, weil man einmal erfahren hatte, dass die eigenen Lebensumstände tatsächlich von einer Wahl abhingen.

Der Einfluss der ostdeutschen Linken verhilft zwar bundesweit nur auf ca. 10%. Allerdings finden 4 Wochen vor der Bundestagswahl in Sachsen und Thüringen Landtagswahlen statt, die zumindest massenmedial die Gewichtungen verschieben werden. Steinmeier wird sich noch vor der Bundestagswahl erklären müssen.

02. Juli 2009

Maueraufbau ungewiss

Gestern machte dieses Video die Runde. Es informiert anschaulich wie die Westgrenze der DDR aufgebaut war und wie sie funktionierte.

Es lohnt sich aber auch ein Blick in das Making-Of-Video. Besonders skuril ist der Hinweis, das es keine gesicherten Erkenntnisse darüber gibt, wo genau nun welches Element der Grenzschutzanlagen aufgebaut war. Unter freiem Himmel, Tag und Nacht beleuchtet, kilometerlang und gerade mal 20 Jahre alt. Und dennoch soviel Unsicherheit über die Begebenheiten. Heutzutage unvorstellbar.

30. Juni 2009

Der Bundestag bleibt in der politischen Verantwortung!

Heribert Prantls Beschreibung zum Verfassungsgerichtsurteil zum Lissabonvertrag

Das Urteil ist spektakulär, kaum jemand hat ein so weitreichendes Urteil erwartet. Es ist ein fundamentales, ein epochales Urteil zu den Fragen des Verhältnisses von nationalem und europäischem Recht, von nationaler Staatlichkeit und europäischem Integrationsprozess

via sueddeutsche.de.

… kann ich nur zustimmen.

Die pauschale, rein parlamentarische Zustimmung zum aktuellen EU-Vertrag (Ratifizierung des Lissabonvertrags) reicht nicht aus, damit europäisch ausgearbeitete und verabschiedete Gesetze in Deutschland gelten. Der Bundestag wird in allen Einzelfällen zustimmen müssen. Oder: Die Zustimmung zum Lissabonvertrag erfolgt durch eine Volksabstimmung. Im Sinne des bisherigen Agierens ein echtes, tiefgreifendes Dilemma für die Bundesregierung. Eine Volksabstimmung zum Lissabonvertrag wäre in Deutschland völlig undenkbar.

Man kann kaum ermessen, welchen Schock das für das ganze Politikmodell der EU bedeutet. Auf jeden Fall ist es eine der spannendsten Politikangelegenheiten die sich derzeit darstellen. Auch wenn sie nicht auf den Frontpages stattfindet, lohnt sich ein Blick auf diese Materie.

Heute schon festzuhalten bleibt, dass das Verfassungsgericht der Auffassung ist, das es sich bei der EU um eine:

europäische Vereinigung auf der Grundlage einer Vertragsunion souveräner Staaten

handelt. Im Rahmen der EU-Räte funktioniert das, solang die Geltung von Gesetzen durch nationale Zustimmung verankert wird. (Und warum sollte das nicht reichen?) Das Initiativ- und Entscheidungsmonopol liegt jedoch bei der EU-Kommission, die als supranationales Gesetzgebungswesen dem Grundverständnis des Verfassungsgerichts komplett widerspricht.

Denkbar ist nun vieles. Das Urteil ist zwar viel zu lang und zu juristisch formuliert um es jetzt komplett zu lesen – dennoch wage ich die Vermutung, dass eine völlige Umgestaltung der EU denkbar ist. Für möglich halte ich sogar eine Auflösung der EU-Kommission. (Das würde auch den PoWis viel Beschreibungs- und Analysearbeit ersparen. Denn bisher hat überhaupt keine der Sozialwissenschaft verstanden, was die EU-Kommission eigentlich ist.)

29. Juni 2009

Die Paradoxie der Piratenpartei

…ist, dass schon ihr Name nicht passt. ‚Piraten‘ auf der einen und ‚politische Organisation‘ auf der anderen Seite. Piraten können nur so lange Piraten sein, wie sie sich ausdrücklich neben dem System positionieren. Sie können dann Teile des Systems entern (oder ‘ändern’, wie es so passend heißt), ein kontrollierter Marsch durch die Institutionen geht aber irgendwie nicht. Wer sich in einem System positioniert, kann kein Pirat mehr sein. Man kann als Pirat Parteien entern, aber Partei sein, das passt nicht. Es gibt ja auch keine Lesekinos oder Tretrollstühle.

Bis zur Europawahl, als die Schweden die Piratenpartei-Sache dominierten, dachte ich, dieser kleine witzige Widerspruch sei beabsichtigt und fand ihn von daher lustig. Die deutschen Piraten scheinen ihren eigenen Spaß aber nicht so witzig zu nehmen. Sie sind durch und durch schon Partei.

Statt durch witzige Aktionen aufzufallen, fluten sie Twitter mit Verlautbarungen ihrer Metastasierung. Statt witzige Aktionen zu machen, soll man ins Wiki schreiben, was man für richtig und falsch hält.

Ich bin ziemlich genervt. Wieso seid ihr keine richtigen Piraten? Wieso mit einem Mann den geschloßenen Raum des Bundestags entern statt mit Hunderten den öffentlichen Raum am Feiertag? Wieso lernt ihr von der CDU was es heißt Partei zu sein, statt von den Yes Man, was es heißt, Pirat zu sein?

Und heute früh kommt die Piratenpartei auch noch mit einer „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“-Strategie? Ich find‘s erbärmlich. Die Piratenpartei mausert sich zu einer echten deutschen „Spaßpartei“.

28. Juni 2009

Brodhagen Rock ‘n’ Roll

Gestern stieg auf der Wiese hinter meinem Haus eine Party, die nach unserem Stadtviertel “Sommerfest Brodhagen” oder ähnlich hieß. Habe den Flyer verloren und kann auch im Internet nichts dazu finden. Jedenfalls hat dort 2h eine witzige Buddy Holly Memorial Band gespielt, die soweit ich das gesehen habe in allen Belangen stilecht aufgetreten ist. Falls also jemand im Bielefelder Raum eine Gute-Laune-Unterstützung für jegliche Anlässe sucht, würde ich empfehlen, nach dieser Combo zu fahnden.

Brodhagenfest 101

Da das iPhone jetzt auch einen Recorder hat, hab ich sogar einen kleinen Mitschnitt. Ist jedoch über 50m Luftweg usw. aufgenommen. Aber ne gute Kostprobe.
RocknRollBrodhagen

27. Juni 2009

Grebe der Rocker

Neues aus der Anstalt ist ja immer und so auch diese Woche zu empfehlen. Georg Schramms FED-Aufklärung, Monika Grubers stammtischartige und verzweifelt-unzulängliche Aufregerei, die SPD im Rollstuhl und ganz toll, wie immer wenn er da ist, Rainald Grebe.

grebe1

‘Urlaub in Deutschland’, als wäre er von seinen Eltern immer durch die Regiooon geschleift wurden. Toll toll toll.

26. Juni 2009

Michael Jackson ist cool.

Michael Jackson hat ja einige Dinge gemacht, die sonstige Popstars nicht gemacht haben. Zum Beispiel coole Popmusik mit minutenlangen Beethovenstücken, coole Auftritte mit sinfonischen Chören auf der Bühne, Musikvideofilme mit echten Zombies und alles immer stilsicher in kompletten Eigenkreationen und 8/9-Hosen. Ganz besonders cool war dabei sein Besuch als 25 Jähriger im Weißen Haus bei Ronald Reagan.

michaeljackson

Sein Tod ist natürlich schokierend, vielleicht aber auch nicht so schlimm. Er ist ja nun nicht weg, sondern macht nur keine weitere Geschichte. Seine 50 Konzerte finden nun nicht statt, vielleicht ist das besser. Sean P. “Diddy” Combs meinte: “He made me actually visualize the music.” Davon wäre 2009 auf der Bühne sicher nicht viel übrig geblieben. Nachdem Elvis aufgehört hatte, auf der Bühne wie wild rumzuzappeln hatte er sich die Sache mit seinem ‘Karateanzug‘ einfallen lassen. Sowas ist Michael Jackson nicht gelungen.

Festzuhalten bleibt aber mal wieder, das es kein Akt von Selbstzerstörung war, sondern gerade Michael Jackson ein Beispiel für die destruktive Kraft der Welt ist. So wie ein Romanautor alle Leser in Atem hällt, er aber der Einzige ist, der die Pointe seines Buches schon kennt, ist Michael Jackson einer derjenigen, der alle fröhlich gemacht hat und selbst dabei auf der Strecke blieb. Falls also jemand auf die Idee käme, aus der Jacko-Geschichte eine Jesus-Geschichte zu stricken, fände ich das nur passend.

24. Juni 2009

Politik und Internet, es gibt nichts zu verstehen

In Bezug auf Politik gibt es im Internet häufig eine Phrase zu hören und zu lesen, in der Privatleute erklären, Politiker hätten das <Internet nicht verstanden>. (Und offensichtlich herrscht ziemliche Unkenntnis und beinah amüsantes Unverständnis vor.) Geschlussfolgert wird, dass, wenn die Politiker das Internet verstanden hätten, sie es mehr mögen und schätzen würden und so allgemein missfallende Gesetzgebung wie die gegenwärtige nicht möglich wäre.

Das kann aber auch bezweifelt werden. Wenn die Politiker die Bedeutung des Internets früher erkannt hätten, hätten sie auch ganz andere Schlussfolgerungen daraus ziehen können. Sie hätten erkennen können, welche Bedrohungen es bzgl. dem Ruhighalten der Bevölkerung hat. Die Gesetzgebung wäre dann keine andere, sondern hätte vielleicht nur viel früher eingesetzt.

Das Informieren des politischen Personals über die Bedeutung des Internets wird demnach keine adäquate Antwort auf die gegenwärtigen Problemstellungen sein. Die Prinzipien von Partizipation und Repräsentation selbst müssen angepasst werden.

Soziologisch gesehen entstand die repräsentative Demokratie nicht, weil sie einen humanistischen Unterbau hat, sondern weil sie die Form eines Politiksystems ist, die den Inklusionsanforderungen und Komplexitätsgraden der modernen Gesellschaft entsprechend ist. Und diese Balance geht gerade verloren.

(via: dem ganzen Internet)

11. Mai 2009

Mein neues Beispiel…

…für gesellschaftliche Komplexität:

Wisst ihr eigentlich, woher die somalischen Piraten wissen, welches Schiff es sich anzugreifen lohnt, und wo das langfährt? Von den ganzen Daten, die Schiffe heute zu “Antiterror”-Zwecken hinterlassen. Die Piraten haben “Consultants” in Europa, die das per Satellitentelefon weitergeben.

via Fefes Blog.

07. Mai 2009

Mein idylischer Arbeitsplatz

da

28. April 2009

Gesund und Kräftig

Jeder, der einen CDS auf die GM-Bonds abgeschlossen hat, ist es bei einem Kurs von 100% egal, ob die Anleihe ausfällt oder nicht. Liegt der Kurs allerdings unter 100% und ist das Umtauschangebot auch auf diesem niedrigen Niveau kalkuliert, hat er kein Interesse, die Firma zu retten. Im Gegenteil: Für den per CDS-abgesicherten GM-Anleiheeigner ist die Insolvenz sogar interessanter, weil er dann nahezu sofort 100% bekommt. Ohne langes Warten, ohne weiteres Risiko.

via egghat’s blog: CDS werden GM vernichten.

Wer in Bezug auf Märkte und Ausblicke von “Selbstheilungskräften” spricht, muss bedenken, dass der Teil mit den “Kräften” stimmt, die Hinzuziehung von “Selbst” und “Heilung” jedoch nur gefällige und beliebige Ergänzungen sind, die überdecken, dass, wo Sinn und Zweck vermutet werden, tatsächlich schlicht Nichts ist.

Wer einde CDS-Versicherung in diesem Rahmen abschließt handelt nicht ökonomisch, sondern fällt auf einen Taschenspielertrick hinein und muß daher auch mit ökonomisch-unlogischen Konsequenzen unerwarteterweise zurechtkommen.

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