Das mächtigste Pärchen der Welt (im Kontrast)   / 28. Januar 2010

Das gucken von ‘The West Wing‘ verändert die Perspektive auf Politik. Es fällt vor allem leichter zu akzeptieren, dass Politik ein langer, unvorhersehbarer Weg ist, der (1) mit kleinen Schritten begangen wird die (2) oftmals nur gelingen, weil sie nicht in der Öffentlichkeit gegangen werden. Man könnte Merkel unterstellen, dass sie sehr erfolgreich oder zumindest engagiert Politik macht, weil sie, wenn man sie sieht, immer sehr müde aussieht.

Die Frage ist jedoch, ob sich eine Person im höchsten Staatsamt so sehr für Politik instrumentalisieren sollte oder ob es nicht doch eher auf Symbolisierung der Person ankommt. Im West Wing jedenfalls, ist der Präsident ein Symbol. Er gestaltet die großen Linien die dann für seinen Stab als Orientierung dient. Und, es gibt eine recht hoch gezogene Thematisierungsschwelle rund ums Oval Office. Der Präsident wird mit Absicht nicht in jede Verantwortung gezogen, damit sein Symbol möglichst unversehrt bleibt. Sein Name sind die letzten Worte, die auf die alltäglichen Gesetze geschrieben werden. Höchsten drei Themen werden direkt von ihm voran getrieben. (usw.)

Es fällt auf – das Kanzleramt arbeit ganz anders. Vielleicht vertraut Merkel ihrem Stab nicht, vielleicht haben sie tatsächlich was verwechselt, vielleicht ist das Kanzleramt zu nah am Parlament gebaut. Wie auch immer. Man kann Merkel nur raten Themen nicht so wichtig zu nehmen, dass man ständig Angst vor ihnen hat, politisches Handeln nicht nur auf politisches Entscheiden zu reduzieren, als Lichtgestalt statt im schwarzen Kostüm aufzutreten und vielleicht zu versuchen, nicht nur im Geschichtsbuch präsent zu sein, sondern auch im (sozusagen) praktischen Gedächtnis der Gesellschaft.

In den beiden (offiziellen) Bildern steckt all das drin.