In einem weiteren Experiment sollten Versuchspersonen, denen die Augen verbunden wurden, auf einem freien Feld versuchen, geradeaus zu laufen. Zufällig wichen die Wege von der geraden Linie ab, und das recht schnell. Manche Versuchspersonen versuchten geradeaus zu gehen und gingen in Kreisen, die manchmal sogar einen Durchmesser mit weniger als 20 Metern hatten. Kleine Abweichungen der sensomotorischen Reize scheinen sich zu verstärken und ein Rauschen zu erzeugen, das die Absicht durchkreuzt. Die Körperwahrnehmung reicht nicht aus, ohne Halt im Außen gerät man in die Selbsttäuschung. Dabei sollen unterschiedlich lange und kräftige Beine (biomechanische Asymmetrien) keine Rolle spielen, und auch andere spezifische “Neigungen” schließen die Wissenschaftler aus.
Die Neigung zum Kreisen könnte dafür sprechen, dass die Menschen lieber im Vertrauten bleiben und sich nicht in der Ferne verlieren wollen. Mit verbundenen Augen und ohne äußere Orientierungshilfen würden sich Menschen nach den Experimenten im Durchschnitt nicht weiter als 100 Meter von ihrem Startpunkt entfernen.
via TP: Warum wir zum Gehen im Kreis neigen.
Es gibt einige interessante Fragen, die Verhalten behandeln, die schlicht mit: “Weil man’s kann” beantwortet werden können. Und genauso gibt es wohl auch Fragen, die man mit “weil man es einfach nicht kann” beantworten kann. Sich auf solch eine einfache Antwort einzulassen, könnte bedeuten, dass man einen logischen Zirkel, der einen keine Antworten sondern immer nur weitere Fragen beschert, die einen immer wieder auf seine Ausgangsfrage zurückführen, durchbricht.
Also: Warum läuft der Mensch im Kreis, wenn er sich nicht orientieren kann? Weil er das Geradeauslaufen eben einfach nicht kann und die wahrscheinlichste Unterscheidung zu Geradeaus-Laufen eben Im-Kreis-Laufen ist.


















