Influencer und Innovationen bei der Buchmesse

Montag, 15. Oktober 2018, 17:06 Uhr

Der Fortschritt macht uns das Leben leichter. Schön für ihn und alle, die Spaß am Gerät haben. Bücher sind aber noch keine Geräte, sondern weiterhin tote Bäume, und für die gilt was anderes: Die Tollen strengen uns an. Die ausgezeichnete Inger-Marie Mahlke spricht vom Buch als „Zumutung“, die uns was abverlangt und Vergänglichkeitserfahrung macht, wie sonst nichts. Und genau das suchen und wollen wir doch. Aber warum müssen die tollen Bücher zugleich die teuren sein. Denis Scheck lobt die Essay-Sammlung von David Foster Wallace, die schlappe 30 Euro in der elektronischen Variante kostet. Kein Wunder, dass die Buchmesse von uns nichtssagenden Influencern gestürmt wird, wenn uns jeder Blick tiefer als ins Buch-Cover ruiniert. Die Leser sind schon länger weg. Der Kaviar verschwand in diesem Jahr. Es beginnen die Gespräche darüber, wie viel Freiheit das gute Buch braucht. Und vielleicht folgt bald eine Diskussion darüber, wie der unaufhaltsame technologische Fortschritt die Leichtigkeit ins literarische Leben zurückholen kann.

Jo Christian Oterhals

Ich gucke hr Hessenschau, 3Sat Kulturzeit, ZDF Literarisches Quartett, ARD Tagesthemen, ZDF heute Journal, Deutsche Welle, ARD Tagesschau, Und ZDF/3Sat das Blaue Sofa. (automat. erstellt. Transkript)

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Wem die AfD ihr Angebot macht

Montag, 8. Oktober 2018, 20:15 Uhr

“Ungelöste Rätsel der Wirtschaftswissenschaften” lautet der Untertitel eines wichtigen Buchs, das heute schon eher Geschichtsbuch ist. Wir besitzen (Wirtschaft), also regeln wir (Recht) und klären vorher, nach welchen Prämissen (Politik). Aber wer besitzt denn noch, und was? Die Filme die wir schauen, die Bücher die wir lesen und die Musik die wir hören lizensieren wir. Wir besitzen, verleihen und verkaufen sie nicht mehr. Wer ein Haus hat, hat Glück. Großes Eigentum wird heute nicht mehr erarbeitet, sondern verteidigt. Solche Strukturbrüche verändern die DNA einer Gesellschaft und es dauert lange, bis man sich darüber verständigen kann. Wir schlagen einen Bogen von Rom ins 12. Jahrhundert bis heute.

Jacob Surland

Angesprochen habe ich heute die „Eigentumsökonomik“ und „Eigentum, Zins und Geld“ von Gunnar Heinsohn und Otto Steiger. Malte hat „Philosophie des Geldes“ von Georg Simmel genannt. Hier ist sein vollständiger Kommentar. Mathias empfiehlt den Podcast „The History of Rome“ und Sebastian den „Schulsprecherpodcast“. Meinen Text über die Frankfurter Grundschulen findet ihr hier. Anna-Katharina hat uns auf die Spur von Mark Blyth geführt. Genannt hab ich zudem „Das Methusalem-Komplott“ und „Minimum“ von Frank Schirrmacher. Buchempfehlungen von Anna-Katharina, Stefan und Kerstin: Hillbilly Elegy von J. D. Vance, Strangers in Their Own Land: Anger and Mourning on the American Right von Arlie Hochschild und Die deutsche Gesellschaft im dritten Reich von Dietmar Süß. (automat. erstellt. Transkript)

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Eigentum vs. Engagement

Mittwoch, 26. September 2018, 14:08 Uhr

Was treibt denn nun die Gesellschaft auseinander? Sind es arme Protestwähler, die sich vom Staat im Stich gelassen fühlen, oder sind es Eigenheimbesitzer, die vor lauter Grübeln über ihr materielles Fortkommen die Welt vor ihrer Haustür übersehen? Die wissenschaftliche Literatur gibt mehrere Antworten zu den Fremdheitserfahrungen, aber eine klare Tendenz. Und die Politik? Sie investiert – je nach Deutung – in die Fliehkräfte, auch wenn sie es anders meinte.

Steve Begin

Aus den Kommentaren gehe ich heute auf Texte der Autorinnen Thomas Lux, Steffen Mau; Holger Lengfeld, Clara Dilger; Cornelia Koppetsch und Byung-Chul Han ein. Herfried Münkler hören wir im Radio. (autom. erstellt. Transkript)

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Bücher kleben am Papier

Montag, 17. September 2018, 17:50 Uhr

Stell dir vor, es ist Bundestagswahl und du kannst nur zwischen Philipp Amthor, Kevin Kühnert und Paul Ziemiak wählen? Im Fernsehen ist es schon so weit, da werden die Bewerbungsreden der neuen Generation gehalten und die drei wissen, womit sie es zu tun haben.

SFR Library

Es ist Rentnerrepublik. Inhalte sind überwunden, auch hier, wir reden heute übers Bücher herstellen. Eigentlich ist es ganz einfach, man muss es schreiben, speichern und verschicken. Doch was seit der Erfindung der E-Mail für alle Alltag ist, braucht ausgerechnet beim Buch noch eine Weile. Es führt kein Weg an der Druckerpresse vorbei, so absurd es ist. Ich rechne es heute ein wenig durch. Vertage mich aber selbst, um bei der Buchmesse nochmal genauer zu recherchieren, was möglich und nötig ist. (autom. erstellt. Transkript)

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Trost, oder Tabubruch?

Dienstag, 11. September 2018, 13:20 Uhr

Geld ist gut. Für alle! Insbesondere für Erben. Aber was vererbt eigentlich, wer keins hat? Ich diskutiere heute, wie breit der Begriff “Erbe” ausgelegt werden kann. Vielleicht lässt sich Angst nämlich noch viel besser vererben als Geld. Außerdem diskutieren wir die enge Verknüpfung von Demokratie und Wohlstand, denn das scheint eine deutsche Besonderheit zu sein, die wir zu selten hinterfragen. Das ein oder andere Selbstverständnis – beispielsweise das zur Selbstverwirklichung – diskutieren wir dabei gleich mit.

Tax Credits

Heute dreht sich alles um eure Kommentare. Meine restlichen Formatfragen und alles rund ums Bücherdrucken auf (fast) eigene Faust klären wir beim nächsten Mal. Dazu habe ich bereits Mails und Kommentare. Weitere Erfahrungen und Ratschläge zum self-publishing und print-on-demand sind mir aber herzlich willkommen. (Von Frieda korrigiertes Transkript)

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Rentnerrepublik in Chemnitz

Mittwoch, 5. September 2018, 13:56 Uhr

Aus Sicht der naiven und rebellischen Jugend sind die Eltern natürlich kritisch und konservativ. So sagt es das Naturgesetz. Eltern sind, wie sie sind. Aber was ist, wenn #Chemnitz (als Chiffre für die Rentnerrepublik) darunter leidet, dass den Alten ihre jungen – aber geliebten – Widersacher fehlen? Wohin mit dem Geltungsdrang und der Rechthaberei der Alten, wenn die Jungen schon 12 Stunden am Tag im biografischen Fitnesscenter festhängen und im Hotel Mama oder tief im #Westen und schon in der #Zukunft nie auf die Idee kommen, ihren Eltern zu widersprechen?

Rebel Queen

Ich folge heute sehr interessiert einer Empfehlung zum Deutschlandfunk, der am 16. August das von der Bundesregierung begutachtete „Verschwinden der Jugend“ thematisierte. Und ich setze es mit Hilfe von Wolfgang Thierse, der bei Anne Will interessant gegen Serdar Somuncu argumentierte, in ein Verhältnis zur Rentnerrepublik. (Von Frieda korrigiertes Transkript)

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Sag’s in 7 Minuten

Mittwoch, 29. August 2018, 9:03 Uhr

Ich bespreche eure Kommentare zum ersten Talkradio. Zur Sprache kommen dabei die Hörbücher von “Harry Potter”, gelesen von Rufus Beck (de) / Stephen Fry (en) und Daniel Kahnemans “Schnelles Denken, Langsames Denken”, gelesen von Jürgen Holdorf. Das eine ist nämlich das denkbar beste Hörbuch (in beiden Sprachen) und das andere fürs hörende Format ziemlich ungeeignet.

Jonas Tana

Wer gerne hört greift am besten in die Geschwindigkeit ein und orientiert sich am Speed-Sweet-Spot 1,25-fache Geschwindigkeit. Außerdem empfehle ich für alle Aufgaben die irgendwie mit Medienkonsum, professionell und privat, zu tun haben: Pinboard. Den angesprochenen Twitter-Account von Pinboard-Macher Maciej Ceglowski könnt ihr mal durchstöbern.

Wir lesen mehr als jemals zuvor, aber mindestens im gleichen Maße auch sprunghafter. Die 7-Minuten-These für digitale Texte findet ihr bei Mike Sall. Die beiden sozialen Phänomene die ich am Ende in Beziehung zueinander setze, obwohl unklar ist was sie miteinander zu tun haben, heißen: #Hikikomori und #Juvenilisierung (nach Andreas Reckwitz).

Danke für eure Kommentare. Großer Dank an Mathias und Markus für die Musik und an Konsument#1 Marc. (Von Frieda korrigiertes Transkript)

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Lest weniger Donuts!

Dienstag, 21. August 2018, 11:03 Uhr

Hier entsteht ein Buch (“Rentnerrepulik”) und zum Einstieg klären wir erstmal Formatfragen zum Medium Buch mit Beiträgen von Alexander Macris und Gert Heidenreich.

Eric Minbiole

Wir haben in diesen Vortrag von Alexander Macris TED-Talk reingehört und dann in kurze Ausschnitte von Gert Heidenreich im SWR2-Forum über Literatur ohne Lektüre. Als interessante Stimmen aus der amerikanischen Podcastblase hab ich Nick Bilton, Marc Maron, Ezra Klein, David Axelrod und Joshua Topolsky aufgezählt. Und empfehlen möchte ich euch Moritz’ Podlog, ein tägliches Denktagebuch aus dem vergangenen Jahr. (autom. erst. Transkript)

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