Facebook als Amtsstube

Dienstag, 12. März 2019, 13:10 Uhr

Wer sind wir bloß und wenn ja, wie viele? An dieser harten Frage scheiterten bislang alle Regierungen. Haus- und Telefonnummern machten uns zur Person mit Rechten. Aber wehe, man war unterwegs. Die Lücke zwischen dem Passagier und seinem Papier ließ sich nie wirklich schließen. Das Smartphone macht es dann richtig kompliziert. 1993 sollte jedes technische Gerät einen “Clipper-Chip” erhalten, um seinen Nutzer erkennbar zu machen, doch das Volk lehnte ab. Seit 2011 gibt es die “National Strategy for Trusted Identities in Cyberspace” (Nstic), deren Anspruch noch niemand gerecht wurde. Doch jetzt, da der Staat es nicht mehr versucht und Public-Private-Partnerships angesagt sind, keimt wieder Hoffnung auf. Kann Facebook endlich liefern, was sich das Weiße Haus wünscht? Digitale Identitäten, und zwar für jeden nur eine – zum Steuern zahlen, Flüge buchen und Medikamente protokollieren? Mark Zuckerberg erfindet Facebook heute nicht neu, er erinnert sich. Die Deutschen sind dabei außen vor. Doch wenn das Experiment gelingt, wird Facebook in unseren Behörden so präsent sein wie Microsoft es heute schon ist. Die Rentnerrepublik braucht diese Innovation.

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Ich lese “How TikTok Is Rewriting the World” und empfehle euch meinen Text über Facebooks Identitätsmaschine und The Verge: Facebook wants to be WeChat.  Ich höre The Axe Files, The Vergecast und Inside the Hive vom 08. März und This Week in Google vom 06. März und Facebooks Investors Call zum 2. Quartal 2014. (Transkript)

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4 Gedanken zu „Facebook als Amtsstube“

  1. Zu Jennys Gast: In ihren Kapitelmarken steht, dass er Dr. Kriese heißt.
    Ich weiß nicht, ob sie das später hinzugefügt hat: In der Beschreibung ganz unten steht der Name und sogar die Mailadresse von Dr. Ulrich Kriese.

  2. Zu der grundsätzlichen Idee ist das Zitat von Hanna Arendt respektive Gideon Shimshon auf der ersten Seite von Yvonne Hofstetters Buch “Das Ende der Demokratie” (welches du ja in ‘Redaktionsschluss’ empfohlen hattest) sehr spannend.

    Sorry for the late response, aber bei der Podcastlandschaft bleiben manche dann doch etwas länger ungehört in der Abspieliste…

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