Wie wir denken, was wir fühlen, wem wir vertrauen
Der Journalist als Aktivist und Zuschauer
Am 8. Juli 2015, drei Tage nach dem dramatischen Referendum zur Eurokrise in Griechenland, schrieb die »Süddeutsche Zeitung« in einem ihrer drei Stichpunkte vor jedem Text: »Medien und Wissenschaft dürfen politisch keine Partei ergreifen«.42Kreye, Andrian 2015a. Offener Brief von Kapitalismusgegner Piketty an Merkel. Süddeutsche Zeitung 8. Juli. URL: http://www.sueddeutsche.de/medien/offener-brief-von-kapitalismuskritiker-piketty-wenn-wissenschaftler-kampagne-machen-12556450 [Stand 2015–07–14]. Worum es inhaltlich im Text ging, wusste man an dieser Stelle natürlich noch nicht. Es lag aber schon nahe, dass Glaubwürdigkeit ein Thema des Textes sein könnte. Die wichtigere Einladung, den Text tatsächlich zu lesen, war ohnehin der Name des Autors – Andrian Kreye, seit neun Jahren Leiter des Feuilletons der Zeitung. Kreye, so schrieb er im ersten Satz, sei auf ein »Mem« aufmerksam geworden. Damit meinte er, das schrieb er im zweiten Satz, ein »Internetfundstück, das in wenigen Stunden oder Tagen Tausende oder gar Millionen Mal weltweit verbreitet wird«.
Was Kreye seinen Lesern eigentlich sagen wollte, war, dass Thomas Piketty – der französische Ökonom, der mit »Das Kapital im 21. Jahrhundert« ein aktuelles Wirtschaftsbuch und einen weltweit beachteten Bestseller vorgelegt hatte – mit Kollegen der universitären Wirtschaftswissenschaften in Sachen Griechenland einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin schrieb. Kreye sah darin einen »besonders interessanten Fall«, weil Piketty »die Methoden der traditionellen intellektuellen Debatte mit der Dynamik des Internets verknüpfte«. Das schien für Kreye der entscheidende Punkt, an dessen Nennung er seine Kritik anhängte: »Der Brief selbst ist wissenschaftlich fundiert und klug argumentiert. Die Methode, mit der er in globalen Umlauf kam, ist raffiniert, aber ethisch fragwürdig.« An dieser Stelle bleibt dem Leser nur, Kreye blind zu vertrauen, denn auf den Inhalt des Briefes ging Kreye mit keinem Wort, geschweige denn mit einem Zitat, ein. Ihm war seine eigene Pointe wichtiger: »Wenn sich Medien und Wissenschaft als Aktivisten verstehen, haben sie ihre gesellschaftliche Rolle verspielt.«
Dem Leser stellten sich nach der Lektüre mindestens zwei Fragen. Erstens: Von welcher »gesellschaftlichen Rolle« sprach er? Zweitens: Was sind die »Methoden der traditionellen intellektuellen Debatte« heute noch wert? Und hätte man, drittens, nicht doch zum Brief selbst auch noch etwas sagen sollen? Auf Twitter bezeichnete der Journalist Stefan Niggemeier Kreyes Appell an die Ökonomen, politisch zurückhaltend zu publizieren, vor 80 000 Followern als »steile These«.43Niggemeier, Stefan 2015c. Tweet, 9. Juli. URL: https://twitter.com/niggi/status/619047372740501504. Und er fragte wenige Minuten später witzelnd nach, was wohl Kreyes Kollegen in der Politik-Redaktion der »Süddeutschen Zeitung«, Stefan Kornelius und Heribert Prantl, von der Haltung ihres Cheffeuilletonisten hielten.44Niggemeier, Stefan 2015b. Tweet, 9. Juli. URL: https://twitter.com/niggi/status/619048675394867200. Woraufhin dieser wiederum am nächsten Morgen mit einem zweiten Text zum offenen Brief Pikettys reagierte.45Kreye, Andrian 2015b. Piketty-Brief an Merkel: Nicht klug. Süddeutsche Zeitung 10. Juli. URL: http://www.sueddeutsche.de/kultur/piketty-brief-an-merkel-wissenschaft-beraubt-sich-ihrer-staerksten-waffe-12558133 [Stand 2015–07–14]. In diesem zitierte Kreye zumindest an einer Stelle aus dem Brief der Professoren ans Kanzleramt: Die Autoren beschrieben die gesellschaftliche Situation Griechenlands als Folge europäischer Politik, so drastisch ungestraft, wie es sich die deutschen Journalisten bis dahin nicht erlaubt hatten: »40 Prozent der Kinder leben nun in Armut, die Kindersterblichkeit schießt in die Höhe, und die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei fast 50 Prozent«.
Die so auf den Punkt gebrachte und eher chronistenpflichtig beschriebene als ökonomisch diskutierte griechische Wirklichkeit verleitete Kreye allerdings nicht zum Umdenken. Der Brief bleibe trotz inhaltlicher Dramatik »Mittel des politischen Aktivismus, der die Analyse dem rhetorischen Angriff unterstellt«. Die »politischen Forderungen« der Autoren drohten, deren akademische Arbeit zu »schwächen«. Mit dem »Einstieg in die politische Arena beraubt sich die Wissenschaft ihrer stärksten politischen Waffe: des wissenschaftlichen Arguments«, schrieb Kreye, und er fügte noch an: »Wissenschaft erforscht die Wirklichkeit, Politik gestaltet sie.« Wem dies nicht »bewusst« sei, ob Wissenschaftler, Richter oder Journalist, opfere seine Funktion als »neutrale Instanz«. Und zum Abschluss fragte Kreye die Autoren des Briefes warnend, was es wohl bedeute, »wenn ihre Studien nur noch von jenen ernst genommen werden, deren Meinung sie bestätigen?«
Die Kernfragen, die Kreye unabsichtlich aufwarf, haben wir schon beantwortet: Die Methoden der »traditionellen intellektuellen Debatte« gelten nur noch wenig. Politische Wahlkämpfe haben sich schließlich von medialen Debatten gelöst, sofern die Wahlkämpfer sie nicht steuern. Wähler informieren sich längst nicht mehr in langen Zeitungstexten über den politischen Stand der Dinge. Fernsehnachrichten begnügen sich damit, die Erzählungen von politischen Protagonisten abzufilmen, ohne sie zu hinterfragen. Und Politiker im Ministeramt stellen Zeitungen als zu aussagenlos und kraftlos dar, als dass sie von ihrer Lektüre noch profitieren würden.
Über den Einfluss von Algorithmen, die redaktionelle Denkarbeit ersetzen, muss man hierbei noch gar nicht sprechen. Man kann es trotzdem kurz tun: Ironischerweise entlarvt ausgerechnet der Algorithmus, mit dem das Redaktionssystem der »Süddeutschen Zeitung« seinen Lesern automatisiert Texte empfiehlt, Kreyes absurde Ausführungen. Unter Kreyes erstem Text, der die Akademiker zur Zurückhaltung aufruft, wird nämlich auf ein politisches Philosophenstück hingewiesen. Wenige Wochen zuvor, im Juni, schrieb Jürgen Habermas in der »Süddeutschen Zeitung« auch einen offenen Brief ans Kanzleramt, und im letzten Absatz kam er auf den Journalismus und dessen hohes Gut, die Glaubwürdigkeit, zu sprechen: »Zur postdemokratischen Einschläferung der Öffentlichkeit trägt auch der Gestaltwandel der Presse zu einem betreuenden Journalismus bei, der sich Arm in Arm mit der politischen Klasse um das Wohlbefinden von Kunden kümmert.«46Habermas, Jürgen 2015. Habermas: Warum Merkels Griechenland-Politik ein Fehler ist. Süddeutsche Zeitung 22. Juni. URL: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/europa-sand-im-getriebe-12532119 [Stand 2015–07–14]. Treffer, versenkt!
Kreye verteidigte die Bedeutung der Glaubwürdigkeit für den Journalismus nicht. Er konnte lediglich beteuern, dass es sie noch gebe. Elaborierter und eloquenter, aber auf Linie Kreyes, äußerte sich zur selben Zeit im Juli 2015 auch Jürgen Kaube, Feuilleton-Herausgeber der F. A. Z. In seiner Dankesrede für den Ludwig-Börne-Preis machte er allerdings einen Bogen um die Gegenwart und stahl sich zurück ins Jahr 1818.47Kaube, Jürgen 2015. Dankesrede zum Börne-Preis: Wie man die Gegenwart erfasst. Frankfurter Allgemeine Zeitung 13. Juli. URL: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/dankesrede-des-boerne-preistraegers-juergen-kaube-13699003.html [Stand 2015–07–14]. In diesem Jahr brachte Börne »Die Waage. Eine Zeitschrift für Bürgerleben, Wissenschaft und Kunst« heraus und wurde durch sie, so Kaube, der »erste deutsche politische Feuilletonist«. Im selben Jahr, führt Kaube aus, begann G. W. F. Hegel seine Vorlesung über Rechtsphilosophie in Berlin. Sie befasste sich mit der auch heute aktuellen Frage, wie wir uns mit dem befassen, was uns betrifft. Es ist heute eine praktische, geradezu handwerkliche Frage, aber wie zur Zeit Hegels bereits eben auch eine philosophische. »Philosophie sei ›ihre Zeit, in Gedanken erfasst‹, und ihre Aufgabe sei ›das, was ist zu begreifen‹«, erinnert uns Kaube auszugsweise an Hegels Eröffnungssatz.
Kaube weiter: »Vielleicht kann man das so übersetzen: Die Gegenwart kann nur begreifen, wer sie weder flieht noch ihr ausgeliefert ist. Wer seine eigene Zeit verstehen will, darf nicht in ihren Tageskampf verstrickt sein, aber er muss ihn kennen.« Diese Übersetzung Hegels Worte lässt sich auch als weiterer Abschiedsbrief an Frank Schirrmacher, Kaubes Vorgänger, lesen, der, so unterstellt, mit »Angstlust« den Neuigkeiten hinterherhetzte, die die Gesellschaft schon morgen ins Nichtwiedererkennbare zu verwandeln drohten, obwohl doch diese alarmierte Eile allenfalls auf eine persönliche »Präferenz für Unruhe, Wandel, Neuigkeit« zurückgehe, während sich die Welt selbst »im Wesentlichen wenig« über Nacht verändere. Kaube sieht nicht nur Journalisten, sondern Autoren aller publizistischen Berufe auf einem Irrweg, wenn sie der »Vorstellung« anhingen, »durch Ausrufung von Neuigkeiten den Gang der Dinge selbst zu beeinflussen«. Es sei gerade keine Nachlässigkeit, sondern »Vorteil des Journalisten wie des Wissenschaftlers (…) Zuschauer bleiben zu können«. Denn: »Journalismus ist zuschauen als Beruf.« Kaube führt es für die Moderne im Detail aus: Der Journalist sitze »auf der Seite des Publikums«, »des Steuerzahlers, des Patienten, der Schüler oder der Konsumenten. Nimmt man all diese Publika zusammen, erhält man den Begriff der Öffentlichkeit.«
Wir müssen Kaube nicht widersprechen, sondern pflichten ihm bei, dass Journalismus, der sich selbst als Teil des Staates, des Gesundheitssystems, der Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft versteht, seine eigentliche Aufgabe verkennt. Kaube weiß allerdings, dass sein vornehmes Zurücknehmen journalistischer Ansprüche allenfalls in Dankesreden von Kanzeln, aber nicht im Alltag schlüssig erscheint. Denn die Leistungs- und Publikumsrollen sind in der Gesellschaft nicht im einfachen hier die einen, dort die anderen organisiert. Der Journalist kann sich folglich nicht so einfach bei den einen und bloß nicht bei den anderen verorten.
Der angesprochene Patient, der auf einen Arzt angewiesen ist, kann Lehrer sein, auf den Schüler angewiesen sind. Und der Steuerzahler, der den Staat bezahlt, kann eben auch ein Verkäufer sein, der von Kunden bezahlt wird. Nehmen wir nur die hier interessante Politik: Bürger wählen Politiker, Politiker beauftragen Beamte, Beamte verordnen Bürgern, Bürger wählen Politiker. Die Gesellschaft ist nicht als Hie-und-da-Hierarchie organisiert, in der sich der Journalist als Zuschauer zu den Bürgern unten gesellt und die Politik oben beobachtet. Die prägende Metapher der modernen Gesellschaft ist der Kreislauf. Es geht zirkulär zu. Journalisten, die als Chronisten in der Gesellschaft Orientierung bieten wollen, finden weder einen Anfang noch ein Ende, also auch keine teilnahmslose Mitte, in der sie sich als bloß zuschauend niederlassen könnten. Zum Publikum des Journalisten gehören Bürger, Beamte und Politiker, nicht zahlenmäßig gleich verteilt, aber von Bedeutung gleichermaßen. Die Vorstellung einer »neutralen Instanz« (Kreye) oder des unbeteiligten »Zuschauers« (Kaube) ist Selbstbetrug, herbeigeredet mit den unhaltbaren Begriffen »Objektivität«, »Seriosität« und »Neutralität«. Das einzige Wirkmittel gegen persönliche Präferenzen der journalistischen Beobachter in der Gesellschaft ist, und deswegen wird sie sehr gepflegt, die Pluralität der Publizisten.
Man muss also gar nicht über Facebook, Twitter und Google sprechen, um die Probleme des heutigen Journalismus benennen zu können. Die Sonderstellung in der Gesellschaft, die sich Journalisten zuschreiben, ruhte auf einem technischen Vorsprung – sie waren die Bürger mit Druckerpressen und Rundfunksatelliten. Heute beanspruchen diesen Platz andere, wieder mit dem Argument des Technikvorsprungs. Sich auf die Behauptung zurückzuziehen, besser beobachten zu können, nämlich objektiv, neutral und seriös, reicht dem Publikum offenbar nicht. Schlimmer noch: »Objektiver Journalismus« sei »Betrug«, behauptete Glenn Greenwald Anfang 2014 in einem Interview.48Greenwald, Glenn 2014b. Kontrovers: Wie Greenwald Journalismus sieht. Zapp Medienmagazin 29. Mai. URL: https://www.youtube.com/watch?v=EJ659aaFZjc [Stand 2015–04–03]. Diese Aussage kam nicht salopp und spontan, sondern wohl überlegt. Monate zuvor, im Dezember 2013, war er von Kollegen in Deutschland scharf angegriffen worden, nachdem er in einem vielbeachteten Vortrag beim 30. Chaos Communication Congress in Hamburg von »Wir« gesprochen hatte. Er habe sich in seinem einstündigen Monolog zur Überwachungsgesellschaft mit »den anwesenden Hackern gemein gemacht«, kritisierten Patrick Beuth und Kai Biermann.49Biermann, Kai & Beuth, Patrick 2013a. Chaos Communcation Congress: Der Freiheitskämpfer Glenn Greenwald. Zeit Online 27. Dezember. URL: http://www.zeit.de/digital/internet/2013-12/30c3-keynote-glenn-greenwald/komplettansicht [Stand 2015–07–14]. In ihren Ohren wirkte Greenwalds Rede nämlich so, »als sehe er sich nicht mehr als Teil der Medien, nicht mehr als Journalist«, sondern als Aktivist. Mit keinem Wort gingen Beuth und Biermann in ihrem eilig geschriebenen Text der Frage nach, wo sie eigentlich das Problem sahen – als ob die Formulierung »überschreiten einer Grenze« bereits als Erklärung ausreiche. Sie stellten sich lediglich im letzten Absatz die Frage: »Ist es also überhaupt verwerflich, dass Greenwald selbst die Grenze zwischen Journalismus und Aktivismus nicht mehr klar zieht? (…) Braucht es Journalisten, die auch jenseits ihrer Artikel und Berichte für etwas eintreten?«
Eine Stunde vor Mitternacht publizierten die beiden ihren Text, was dazu führte, dass etliche Kollegen, die aus inhaltlichem Interesse zur Veranstaltung gefahren waren, noch am selben Tag von ihren Redaktionen gebeten wurden, sich doch zum nächsten Morgen mit denselben Fragen zu beschäftigen. Was für ein Theater! Am nächsten Morgen kamen etliche Kollegen, auch ich, der Bitte ihrer Redaktionen nach. Vor lauter Freude über die Resonanz auf ihren Text legten Beuth und Biermann auch selbst noch einen weiteren nach. Sie eröffneten ihn so: »Was ist ein Journalist, was eine Journalistin? Was ist ein Aktivist, was eine Aktivistin? Gibt es eine Grenze zwischen beiden Seiten und wenn ja, wo liegt sie?«50Biermann, Kai & Beuth, Patrick 2013b. Chaos Communication Congress: Sind Journalisten immer auch Aktivisten? Zeit Online 28. Dezember. URL: http://www.zeit.de/digital/internet/2013-12/glenn-greenwald-journalismus-debatte [Stand 2015–07–14]. Aus Andrian Kreyes zweitem Text über den appellierenden Brief der Ökonomen wissen wir: »Die Grenze zwischen wissenschaftlicher Beratung und politischer Aktion ist kein Graubereich.« Wahrscheinlich gilt dies für die Grenze zwischen Aktivismus und Journalismus allemal. Von Kaube wissen wir wiederum, dass sich der Journalist durchaus zum politischen Publikum zählen dürfe. Man könnte diese Debatte also immer wieder von vorn aufrollen und endlos fortführen.
Oder vernünftigerweise einsehen: Wenn Glenn Greenwald von der weltweiten Überwachung aller Kommunikation durch zahlreiche Geheimdienste spricht, dann zählt er sich in dieser Erzählung zum betroffenen Publikum. Er ist als Journalist von ihr betroffen, ebenso als Ehemann, Patient, Konsument und Tourist. Wer wollte ihm verbieten, darüber öffentlich zu sprechen? Und das gilt nicht nur im Speziellen: Wann ist ein Journalist tatsächlich einmal unbeteiligt? Und falls ihn ein Thema wirklich mal nicht tangiert, warum sollte er sich ausgerechnet dann dafür interessieren?
Wozu der Wirbel, fragt man sich, da auch Beuth und Biermann in ihren Texten bestätigen, Greenwald berichte »sachlich, lässt alle Seiten zu Wort kommen, er hält sich an klassische journalistische Standards«. Der Aufruhr hatte seinen versteckten Grund: Mit der Glaubwürdigkeit als Qualitätsmerkmal ging den Journalisten das letzte Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen anderen gewollt öffentlichen Kommunikationen verloren – betrieben von Unternehmen, Gewerkschaften, Parteien und sonstigen Organisationen, die auf seriöse Berichterstatter nicht mehr warten. Seriosität zählt nur noch wenig, weil sie dem Publikum immer weniger bedeutet. Die normative Überhöhung der eigenen Arbeit – der Lehrstoff der ersten Wochen im Arbeitsleben junger Redakteure in Ausbildung – stellt sich letztendlich als ideologischer Schmuck heraus, auf den das Publikum nicht viel Wert legt.