Wie wir denken, was wir fühlen, wem wir vertrauen
Googles Augen, Facebooks Ohren, Redaktionen im Silicon Valley
Wenn wir uns nun mit Information, Technologie und Vertrauen befassen, wird das eine holprige Tour mit wilden Themensprüngen und zum Teil verwirrenden Problematisierungen, mal als deutlicher Appell formuliert, mal als Versuch verpackt. Wir halten uns dabei allerdings an die Wirklichkeit. Auch Verwaltungsbeamte, Politiker, Journalisten, Verbraucherschützer, Lehrer und natürlich Eltern stolpern durch – und dieses Wort hat die Kanzlerin geprägt – ein Neuland. Verstehen ist dabei nicht immer die oberste Devise, sondern Mitdenken.
Wir können wieder bei Google beginnen, mit einem Wortwitz zur Beharrlichkeit des Unternehmens. Am 18. Juni 2015 stellte Nimrod Tamir aus dem »Google Trends Team« eine neue Entwicklung vor. Google ist seit langem dafür bekannt, den Zeitgeist einzufangen. So, »Zeitgeist«, heißt der aufwendig aufbereitete Jahresrückblick des Unternehmens, dessen Grundlage die beliebtesten und meistgenutzten Suchbegriffe eines zurückliegenden Jahres sind. Diese Themen- und Trendanalysen gibt es seit Mitte 2015 nun nicht mehr nur zum Jahresende, sondern ständig aktualisiert, gab Google bekannt: »Ob als Journalist oder als interessierter Nutzer, die neue Seite gibt euch nun einen schnelleren, tieferen und umfassenderen Einblick in die Welt durch die ›Brille‹ der Google Suche.«7Tamir, Nimrod 2015. Ein neuer Blick auf die Welt mit Google Trends. Google Produkt-Blog 18. Juni. URL: http://google-produkte.blogspot.de/2015/06/google-trends-in-echtzeit.html. Mag die Google-Brille als Produkt für den Massenmarkt vorerst gescheitert sein, an der Idee hält das Unternehmen fest. Aus »100 Milliarden Suchanfragen pro Monat« generiert es nun »zu allen erdenklichen Themen Trendanalysen in Echtzeit«.
Dieser Dienst wird klein bleiben, zumindest wird er im Alltag der meisten Menschen kaum direkte Beachtung finden. Eine bedeutsame Rolle wird er dennoch spielen. Eine Gruppe wird sich für diese Wissensarbeit von Google nämlich besonders interessieren: Journalisten. Auf der ständigen Suche nach Themen bietet Google nicht nur inhaltliche Hilfen, sondern informiert auch darüber, wie attraktiv Themen im Vergleich zueinander sind. Für alle Redakteure, die auf Reichweite schielen, ist das Angebot wie ein Trog voller Früchte im Schweinestall. Die Bedienung aus dem Themenrepertoire, das ohne große Mühen vom Schreibtisch aus erledigt werden kann, wird den journalistischen Standards immer gerecht werden. Denn auch die Qualitätssicherung übernimmt Google: »Letztlich prüft unser News-Lab-Team täglich angesagte Themen aus Eilmeldungen, um ein tieferes Verständnis über wichtige Schlagzeilen zu gewinnen.« Der Produktvorstellung liegt ein kleines Video8Google News Lab 2015. The Age of Insight: Telling Stories with Data. URL: https://www.youtube.com/watch?v=TA_tNh0LMEs. bei, das Googles Anliegen unter dem Titel »Das Zeitalter des Einblicks« (The Age of Insight) untermauert.
Zu sehen ist beispielsweise David Leonhardt vom »New-York-Times«-Blog »The Upshot«. Er berichtet, wie wichtig ihm Trendanalysen und andere Zahlen im Journalismus sind: »Daten sind für Journalisten ein Werkzeug, wie Zitate, Worte oder Bilder. (…) Sie können die Wirklichkeit viel besser und genauer beschreiben, wenn sie Daten nutzen.« Ezra Klein, Chefredakteur von »Vox Media«, einem Unternehmen, das in den vergangenen Jahren die amerikanische Medienbranche in Atem hielt, sagt es so: »Den Unterschied macht heute das Finden und Analysieren der Datensätze. Sie finden Geschichten, die nicht anders zu finden wären.« Melissa Bell, Mitgründerin von Vox Media, schlägt in dieselbe Kerbe: »Wir finden Geschichten, die wir ohne die Technologie nicht gefunden hätten.«
Drei Tage nach Veröffentlichung des Videos trat Bell in Hamburg beim »VOCER Innovation Day« in den Räumen von »Spiegel Online« auf, um über ihre Arbeit für die Zukunft des Journalismus zu reden.9Bell, Melissa 2015. VOCER Innovation Day. Hamburg. URL: http://www.vocer.org/vocer-innovation-day/ [Stand 2015–06–23]. Dabei stellte sie unter anderem die Frage, ob der »klassische 800-Worte-Artikel immer das richtige Mittel« sei. Sie habe sehr gute Erfahrungen mit Bildergeschichten gemacht, die wenig Text, aber nahezu hundert Fotografien enthielten. Und sie berichtete von einer besonders prägenden Erfahrung: Bei der Thematisierung von Obamas Gesundheitsreform sei zum gleichen Thema eine drei Sätze lange Geschichte beim Publikum ebenso erfolgreich angekommen wie der »Text eines renommierten Experten«, der zwölftausend Zeichen umfasste. »Manchmal ist Text die schlechteste Form, um eine Geschichte zu erzählen«, fasste sie ihre Schlussfolgerungen zusammen. Unterhaltsamkeit schlägt also jedes andere journalistische Kriterium, selbst bei wichtigsten politischen Themen.
Im Werbevideo für »Google Trends« äußert sich dann letztlich noch Simon Rogers, Data Editor bei Google, vormals in selber Funktion beim »Guardian«. Er nennt ein konkretes Beispiel: Er zeigt eine Karte der vom Krieg im Irak gebeutelten Stadt Falludscha und betont die Schwierigkeiten, als Journalist dorthin zu gehen, ergänzt allerdings: »Die Daten können uns menschliche Geschichten erzählen.«
Man braucht den Namen von Simon Rogers nicht zu nennen, um aufzuzeigen, dass Google nicht nur Computer und Algorithmen nutzt, um die Informationen der Welt aufzubereiten und zugänglich zu machen. Google betreibt auch eigene Redaktionen für »Google Trends«, bereits länger für Google News, aber auch für Google Music, Google Maps, für die Google-Suche und viele weitere Dienste. Man muss es nicht Journalismus nennen, aber es gilt: Die Anzahl der Menschen, die inhaltliche Arbeit im nachrichtlichen Medienbetrieb erledigen, hat nicht abgenommen, nur weil Fernseh- und Zeitungshäuser Personalabbau betrieben. Die Arbeit wird lediglich woanders erledigt und dementsprechend auch nach anderen Regeln. Apple bot beispielsweise mit der Markteinführung des iPads im Jahr 2010 den Verlagen an, dort ihre Magazine und Zeitungen zu vertreiben. Berühmt ist das Zitat des Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer, Mathias Döpfner, der damals im Gespräch mit dem amerikanischen Fernsehjournalisten Charlie Rose sagte: »Jeder Verleger der Welt sollte sich einmal am Tag hinsetzen, um zu beten und Steve Jobs dafür zu danken, dass er die Verlagsbranche rettet.«10heise 2010. Springer-Chef: »Beten und Steve Jobs danken«. heise.de 8. April. URL: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Springer-Chef-Beten-und-Steve-Jobs-danken-973673.html [Stand 2015–06–23]. Im Herbst 2015, fünf Jahre später, nahm Apple den »Newsstand« aus der iPad-Software wieder heraus. Die Verlage haben das Angebot nicht entsprechend genutzt und ebenso wenig ihre Kunden. Selbständige redaktionelle Arbeit hier, aufwendige technologische Vertriebswege dort – das passte offenbar nicht zusammen.
Stattdessen bietet Apple nun eine eigene News-App an. Für die Auswahl und Aufbereitung der Inhalte richtete Apple selbst eine Redaktion ein.11Kahn, Jordan 2015. Apple News curation will have human editors and that will raise important questions. 9to5mac.com 15. Juni. URL: http://9to5mac.com/2015/06/15/apple-news-curation-editors/ [Stand 2015–06–22]. Welcher Berufsauffassung sie folgen wird, machte das Unternehmen von Anfang an deutlich. Die Redakteure sollen Trends aufspüren und die klassischen Medienhäuser übergehen, wenn das Interessante und Wichtige woanders zu finden ist, beispielsweise in den sozialen Netzwerken. Außerdem hat die Redaktion den expliziten Auftrag, nicht nur für die iPhone- und iPad-Nutzer Inhalte zu kuratieren, sondern über besondere Entwicklungen auch das Apple-Management zügig auf dem Laufenden zu halten.12Kahn, Jordan 2015. Apple News curation will have human editors and that will raise important questions. 9to5mac.com 15. Juni. URL: http://9to5mac.com/2015/06/15/apple-news-curation-editors/ [Stand 2015–06–22]. Nicht nur Politiker, auch Wirtschaftsführer fühlen sich von den vorhandenen etablierten Massenmedien nicht mehr ausreichend informiert.
Journalistische Berufsethik wird bei der redaktionellen Arbeit bei Apple kaum eine Rolle spielen. Schon bei der Vorstellung des Produkts machte Apple deutlich, dass es sich querbeet im Internet bedienen werde, sofern nicht die Anbieter von Inhalten explizit ihr Veto einlegen. Die schlechte Sitte in der Blogosphäre, frei zugängliche Inhalte anderer abzugreifen, um sie selbst anzubieten und daraus Gewinn zu schöpfen, ist bei Apple erklärter Alltag.13Rossignol, Joe 2015. Publishers Upset Over Apple’s Opt-Out Terms for Inclusion in iOS 9 News App. MacRumors 17. Juni. URL: http://www.macrumors.com/2015/06/17/apple-news-publishers-email-opt-out/ [Stand 2015–06–22].
Es lässt sich heute leicht rekonstruieren, was Döpfner damals im amerikanischen Fernsehen meinte – das iPad war für ihn der erste Schritt zur Erfindung digitalen Papiers, das die Redaktionen im besten Sinne ausbeuten sollten, ähnlich der Möglichkeiten des analogen Papiers. In den vergangenen fünf Jahren war allerdings eine andere Entwicklung zu beobachten: Je weiter jenseits des Atlantiks die Entwicklung des digitalen Papiers voranschritt, desto weiter entfernte sich Axel Springer bei der Entwicklung seines zukünftigen Geschäftsmodells vom traditionellen Journalismus. Wenn eventuell 2020 das digitale Papier endlich so widerstandsfähig, faltbar und kostengünstig ist, wie sich Döpfner das zehn Jahre zuvor wünschte, wird sein Unternehmen kaum noch relevante journalistische Inhalte produzieren, um es bedrucken zu können.
Was sich die kommenden Jahre bis 2020 entwickeln wird, lässt sich auch beim Blick auf Facebook erahnen. Dort betreibt man nämlich nicht nur eine eigene Redaktion, sondern leistet sich auch ein festangestelltes Testpublikum. Der im Silicon Valley sehr umtriebige Journalist Steven Levy hat über das Projekt geschrieben, das im August 2014 startete.14Levy, Steven 2015a. Revealed: Facebook’s Project to Find Out What People Really Want in Their News Feed. URL: https://medium.com/backchannel/revealed-facebooks-project-to-find-out-what-people-really-want-in-their-news-feed-799dbfb2e8b1 [Stand 2015–02–02]. Facebook schaut seinen Testnutzern dabei nicht nur über die Schulter, sondern gibt ihnen Aufgaben an die Hand. In einem Experiment bekommen die Nutzer dreißig Meldungen, die Facebook als wichtig einschätzt, in zufälliger Reihenfolge angezeigt. Die dreißig Meldungen sollen dann von den Nutzern nach ihren Kriterien entsprechend ihrer Relevanz sortiert werden. Im zweiten Schritt sollen die Nutzer mit ihrem Newsfeed interagieren, wie sie ihn auch privat nutzen. Sie kommentieren also, teilen Inhalte, liken oder ignorieren sie, indem sie über sie hinwegscrollen. Danach, als abschließendem dritten Schritt, sollen sie sich noch einmal mit jeder einzelnen Meldung beschäftigen und jeweils acht Fragen beantworten. Anhand der Fragen sollen sie darüber Auskunft geben, wie sehr sie eine Meldung beschäftigt und welche Bedeutung die Personen haben, von denen die Meldungen stammen.
Facebook interessiert sich dafür, wie unterhaltsam ihre Testnutzer einzelne Meldungen finden und ob sie sich durch sie ihrer Familie und ihren Freunden näher fühlen. Zum Abschluss sollen sie ihre Eindrücke zu jeder einzelnen Meldung in ein paar Sätzen aufzuschreiben. Hin und wieder, schreibt Levy, führen Facebook-Mitarbeiter zusätzlich noch qualitative Interviews durch, um mehr über das Nutzerverhalten zu erfahren. Für Max Eulenstein, als Product Manager mitverantwortlich für die Entwicklung des Facebook-Newsfeeds, sei diese tiefgehende Qualitätskontrolle, zitiert ihn Levy, »ein sehr intensiver Prozess«.
Zur selben Zeit verfolgte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, wie viele andere Medienhäuser, ein ganz ähnliches Interesse. Sie führte 2014 einen »ReaderScan« durch. Ein Testpublikum von rund zweihundert Lesern bekam den Auftrag, Artikel, die sie auf Papier lasen, mit einem Stift zu markieren. Die so mit roten Streifen und Kreuzen überzogene Zeitung wurde dann einer Gruppe Studenten übergeben, die die Markierungen in ein Computerprogramm übertrug. Diese Dokumentation des Leserverhaltens fand allerdings nicht kontinuierlich statt, sondern zu drei Zeitpunkten des Jahres für jeweils zwei Wochen. Diese Termine wurden im Haus bekanntgegeben, weshalb einige Redaktionen besonders attraktive Themen und Texte für diese Tests zurückhielten. Im Feuilleton wurde sogar ins Layout der Seiten eingegriffen, um weniger Elemente auf der Seite zu haben, wodurch der Durchschnittswert der gelesenen Artikel pro Seite nach oben gehen sollte. Letztlich kam man so zu eindeutigen mathematischen Kennzahlen, von denen allerdings niemand sicher sagen konnte, wie sie zu deuten waren. Eine qualitative Befragung der Testleser fand parallel zur Auszählung nicht statt.
Man wusste nach der Erhebung beispielsweise nicht, was die niedrige Lesequote einer Ausstellungsrezension aus London bedeuten sollte. Sie hätte dafür stehen können, dass Menschen keine Texte über Ausstellungen lesen, die sie vermutlich nicht besuchen werden. Obwohl ebenso logisch gewesen wäre, dass Menschen genau aus dem Grund, dass sie eine Ausstellung nicht selbst besuchen können, zumindest in der Zeitung von ihr erfahren möchten. So warf der ReaderScan letztlich nur Rätsel auf, weil er nicht beantworten konnte, in welchem Verhältnis der Inhalt, die Größe und die Platzierung eines Textes zum Leseverhalten steht. (Dass es makaber war, das hohe Interesse der F. A. Z.-Leser an den Nachrufen auf Frank Schirrmacher im Juni 2014 als redaktionellen Erfolg zu verbuchen, musste dem Unternehmen, das den ReaderScan als externe Dienstleistung erbrachte, von einzelnen Feuilleton-Redakteuren bei der Vorstellung der Ergebnisse ausdrücklich erklärt werden. Die Betriebswirtschaftler, die über Monate die ganze Zeitung in einen ertraglosen Wettbewerb mit sich selbst zwangen, verstanden das nicht von selbst.)
Der richtige Weg, trotz redaktioneller Eigenlogik im Zeitungsalltag Resonanz mit dem Publikum herzustellen, ist schwer zu finden. Facebook hat sein Testpublikum inzwischen ausgebaut. Laut Levy arbeiteten Anfang 2015 mehr als fünfhundert Amerikaner rund vier Stunden pro Tag von zu Hause aus an der Verbesserung des Facebook-Newsfeeds. Ihre einzige Aufgabe ist, ihr mediales Konsumverhalten an Facebook zurückzumelden. Schon 2015 werde die Größe des Testpublikums die Marke von tausend Menschen übertroffen haben, schrieb Levy zu Beginn des Jahres. Der Vorsprung von Facebook vor Häusern wie der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« und allen anderen Medienanbietern ist gewaltig. Was in den Verlagen als ReaderScan aufwendig geplant und teuer durchgeführt wird, ist schließlich bei Facebook ohnehin schon Alltag. Jeder Einzelne der mehr als eine Milliarde Nutzer, die die Website täglich nutzen, wird lückenlos dabei überwacht, wie er Facebook nutzt.
Facebook wertet aus, wie mit einzelnen Meldungen umgegangen wird, ob sie kommentiert, geteilt oder mit einem Like markiert werden. Sogar kurzes Zögern und Verweilen – sozialwissenschaftlich eigentlich ein kaum registrierbares Nichthandeln – wird von Facebook aufgezeichnet und ausgewertet. Seit Sommer 2015, teilte Facebook mit, fließt die Verweildauer auf einer Meldung im Newsfeed in die Bewertung ihrer Relevanz mit ein.15Yu, Ansha 2015. News Feed FYI: Taking Into Account Time Spent on Stories. Facebook Newsroom 12. Juni. URL: http://newsroom.fb.com/news/2015/06/news-feed-fyi-taking-into-account-time-spent-on-stories/. Man habe bei Untersuchungen festgestellt, dass Nutzer manchmal eher automatisiert, nämlich nur aus Gewohnheit, Bilder liken oder Geburtstagsgrüße kommentieren. Nach intensivem Lesen anderer Inhalte scrollen viele Nutzer dagegen ohne jedes Klickengagement einfach weiter. Facebook registriert nun diese Verweildauer, musste vorher aber ein kompliziertes Problem lösen: Sie wussten bei Facebook lange nicht, ob Menschen, wenn sie zehn Sekunden auf einer Meldung verharren, echtes Interesse zeigen, oder ob die Verweildauer zustande kam, weil eine schlechte Internetverbindung die Website langsam machte, was unfreiwillig zum Verweilen führte. Nun sammelt Facebook also auch Informationen über das Tempo der Internetverbindungen.
Überschriften wie die des Journalisten Owen Williams, der nach dem Auftakt der Entwicklerkonferenz von Facebook, »F8«, im März 2015 schrieb: »Facebook hat offiziell erklärt, dass es alles wissen möchte, was Sie im Internet tun«, sind keine Übertreibungen.16Williams, Owen 2015. Facebook Wants To Own Everything You Do On The Internet. thenextweb.com 25. März. URL: http://thenextweb.com/opinion/2015/03/25/facebook-has-officially-declared-it-wants-to-own-every-single-thing-you-do-on-the-internet/ [Stand 2015–03–31]. Während die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« monatelang darauf wartete, die letztlich wenig aussagekräftigen Ergebnisse ihres ReaderScans aufbereitet zu bekommen, optimierte Facebook seine Position im Kampf um Aufmerksamkeit im Millisekundenbereich. Das klingt nur, als ginge es um wenig. Der Journalist Robin Meyer stellte die kleinen Zeitvorsprünge ins Verhältnis zu den gigantischen Nutzerzahlen und schrieb: »Facebook beschäftigt viele Menschen und unternimmt enorme Anstrengungen, um millionenfach diese Millisekunden einzusammeln.«17Meyer, Robin 2015. Facebook as a Press Baron. The Atlantic 24. März. URL: http://www.theatlantic.com/technology/archive/2015/03/facebook-as-a-press-baron/388559/ [Stand 2015–04–02].